Frage und Antwort

Magst du Oliven?

Das Mangostancafé

Heute Morgen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Hier fehlt ein Café! Wie sonst soll der kommentierwillige Follower hier seinen Senf loswerden? Wir sind hier (kein Link, bitte selber was vorstellen), das blaue Sofa steht keineswegs vor einer dieser öden Schusterpalmen, sondern vor einem Zitronenbäumchen, es gibt keine Schlange Ka und auch sonst keine Haustiere, ausser eines auch im Hause anzuleinenden Büsis, das folglich keine Vögel fangen kann und den Pur-User B erfreuen dürfte.

Getränke aller Art sind vorhanden, Bestellung genügt. Bei der festen Nahrung wird geprüft, ob die Bestellung dem Styling des Lokals entspricht. Für musikalische Unterhaltung sorgt jeweils am Montagmorgen eine Hardrockband. Singen ist im Lokal verboten. Die Parkplätze hinter dem Haus sind kostenpflichtig.

Man selbst

Diskussionen über politische Systeme, Staatsformen, sog. Populisten, enttäuschende Linke und weiterhin skrupellose Rechte sind fruchtlos. Nicht die anderen sollen, sondern erstmal man selbst.

Wenn ich weniger Auto fahre oder weniger einkaufe ist das sehr wirkungsvoll, auch dann, wenn niemand davon Wind bekommt. Da nützt es vergleichsweise wenig, wenn die Grünen den Treibstoff verteuern wollen, aber nicht können.

Mir hilft diese Einsicht, mich weniger zu ärgern über all die frustrierenden Meldungen, genannt News. Ich lese sie, und mache dann mein Ding. Manchmal bin ich echt gut, manchmal enttäuschend. Abwählen kann ich mich jedenfalls nicht.

Froh, dass mich das Klima erwärmt

Kürzlich auf einer Nachrichtenseite, da konnte man seinen Wohnort eingeben, und die Seite sagte einem, was sich klimatisch bis 2035 wahrscheinlich ändern wird. Bei mir kam raus, dass es im Winter ein, zwei Grad wärmer ist, es Winter geben könnte, in denen es nur einmal oder nie schneit, im Sommer könnte es ein paar Tage mehr geben, an denen die 30-Grad-Marke überschritten und nachts die 20-Grad-Marke nicht unterschritten wird, ausserdem könnte es sein, dass die örtlichen Landwirte eine bessere Ernte einfahren, weil es wärmer ist.

Hmmm.

Ich bin mir nun wirklich nicht mehr sicher, ob ich gegen die Klimaerwärmung bin. Das wird aus meiner Sicht alles viel besser. Schluss mit verregneten Kaltsommern. Urlaub wird zu Hause möglich, lauschige Nächte wechseln sich ab mit heissen Tagen, fehlt nur noch die Gartendusche bzw. der Pool.

Greta, fuck off!

Wer?

Aus dem Kreis meiner 80 Mio. Follower kam die Frage, wer ‚Anonymus‘, ‚Jemand‘ oder ‚Ganz weit weg‘ seien. Ein bisschen kann man ja raten: gleiches Icon = gleicher Kommentator (mit dieser männlichen Form sind auch alle Frauen, Trans, Bi und Veganer* mit gemeint). Aber hier können ja alle kommentieren und alles schreiben (ohne Email-Adresse, Genehmigung oder sonstige Hindernisse), weil ich das so eingestellt habe, und drum weiss man nicht immer, wer wirklich wer ist. Ich kann zwar die IP nachschauen, aber das sagt ja ohne weitere Nachforschung nichts, und das ist gut so.

Oder wie seht ihr das? Wie soll ich den verunsicherten unter meinen 80 Mio. Followern antworten? Will sich hier ein Jemand oder ein Anonymus outen, wenn ja wie? Hi, ich bin die I.? Hi, ich bin die O.? U.A.w.g.!

Wie können wir das erreichen?

Diese Frage stellt sich zwar oft, beim sog. Klimaschutz nun aber dringend. Nehmen wir mal an, die Klimaerwärmung kann durch eine Verhaltensänderung der Menschen verlangsamt oder gar aufgehalten werden. Davon gehen aktuell ja nicht nur die Mehrheit der Wissenschafter, sondern auch die meisten Bürger aus. Ob das stimmt, soll hier wie andernorts erst mal nicht diskutiert werden.

Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich Autoverkehr in einem nie dagewesenen Umfang. Bekannt ist, dass auch der Flugverkehr nur zu- aber bisher nicht abnimmt. Dass da und dort eine Wärmepumpe oder ein E-Auto mit Strom angetrieben wird ändert nichts, solange dieser grösstenteils aus Kohlekraftwerken stammt. Es wird auch immer mehr graue Energie in Kleidern und Gebrauchsgegenständen konsumiert, weil sie schneller ersetzt und längst nicht immer repariert oder wiederverwertet werden.

Sollen es etwa die kleinen und grösseren Dinge richten, die jeder Einzelne tun kann oder könnte, der einheimische Bioblumenkohl anstelle des konventionellen Steaks aus Südamerika? Die 15-stündige Reise mit dem Nachtzug anstelle des 90-minütigen Flugs? 17 Grad in der ganzen Wohnung? Nur noch ein statt zwei Kinder?

Ich muss ehrlich sagen, ich denke, das schaffen wir nicht. Es ist daher auch müssig darüber zu diskutieren, ob es überhaupt nötig ist, also ob wir mit unserem Verhalten überhaupt Einfluss auf das Klima haben.

Lehm im Nachpurzeitalter

Eine neue Epoche bricht an: Lehm lebt ohne Pur, aber er lebt. Keine Selbstverständlichkeit. Wobei „ohne“ graduell ist, das reicht von überhaupt nichts von Pur sehen (sie sind aus diesem Forum verbannt, der Bann hat kein Ablaufdatum) über alles ausser die Gartenmenschen sehen bis hin zu auch die Gartenmenschen sehen und Posts schreiben können. Für die letzte Variante braucht es einen gut gefüllten Koffer mit Emailadressen und ein VPN. Je nach Schreibverhalten bleibt man kürzer oder länger zu Besuch bei Pur. Man kann sich natürlich absichtlich als Lehmspross outen, oder man schreibt ganz unauffällig, wobei man als vermeintlicher Nichtschweizer das Doppel-S manipulieren muss. Will man sich nicht registrieren, weil man z.B. Emailadressen sparen will, genügt ein VPN. Am besten wechselt man bei jedem Seitenaufruf das Land, in dem der Server steht und die IP. Pur weiss dann nicht, dass das Lehm ist und zeigt sich ganz unbekleidet, bis eben auf das Geschlechtsteil, genannt Gartenmenschen. Am erholsamsten ist eindeutig die Einstellung, wo man an den immer währenden Bann erinnert wird. Ohne Zeit zu verlieren kann man dann woanders hin, hierhin etwa oder zu planten, um zu kontrollieren, ob ein neuer Beitrag verfasst wurde in diesem Jahr. Wenn nicht, kann man ja etwas Zeitung lesen, wobei man dort oft auch nicht alles mitlesen darf, also braucht man mindestens einen Ad-Blocker, um die Zahlseiten aufrufen zu können. Am Abend dann mit der Browserextension noch ein eigentlich geblocktes Filmchen schauen. Tja, und dann ist schon wieder Abend, Zeit ins Bett zu gehen.

Ihr seht, es gibt ein Leben im Nachpurzeitalter.